Interviews

Darf ich bitten – Anja Bagus

1. Oktober 2014

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Und weiter gehts es mit unserer Aktion „Darf ich bitten – deutschsprachige Autoren im Interview“. Heute starten wir bis zum Ende des Jahres mit Teil zwei und ihr könnt euch wieder über viele tolle Interviews, Autoren und Bücher freuen. Hier gehts noch mal zur Zwischenbilanz von Teil eins.

Ich darf Teil zwei nun einläuten mit einem Inteview mit der lieben Anja Bagus. Viel Spaß :).

Anja Bagus im Interview

Anja-bagusAnja wurde in Baden-Würtenberg geboren und ist in der Gegend rund um den Kaiserstuhl aufgewachsen. Heute ist sie verheiratet, hat ein Kind, zwei Katzen und einen Hund und lebt im Ruhrgebiet. Neben dem Schreiben ist sie auch Heilpraktikerin. Aber jetzt geht es gleich mal los:

Hallo Anja, erzähl doch erst mal etwas über dich. Wer bist du, wo lebst du und was sind deine Hobbies?

Wer bin ich? Ich war schon so vieles in meinem Leben. Im Moment bin ich Schriftstellerin, und da bin ich ganz stolz drauf. Ansonsten bin ich Mama, auch wenn mein Kind sich beschwert, dass ich das nicht intensiv genug bin. Aber sie ist 10 und sollte so langsam selbstständig werden. Meine Hobbies sind vielfältig. Wenn ich Zeit habe nähe und bastle ich, das passt zu dem LiveActionRolePlay (LARP), welches ich auch sehr gerne mache. Wenn das nicht geht, dann spiele ich: Brettspiele oder Rollenspiele. Und dann lesen und tolle Serien schauen … mir ist nie langweilig.

Was war das erste Buch, das du selbst gelesen hast?

Das weiß ich nicht mehr. Ich habe aber einige meiner Kinderbücher noch und da sind viele Pferdebücher dabei, aber auch Hanni und Nanni … Ich habe immer immer immer gelesen. Meine Mutter war ganz verzweifelt und dachte, aus mir würde nie etwas … Mein Vater wusste nicht, dass ich seine Konsaliks und Ludlums gelesen habe … ich war völlig besessen vom gedruckten Wort.

Was machst du neben dem Schreiben?

Im Moment nicht viel. Oh, gelogen: ich pflege natürlich meine Homepage und treibe mich auf Facebook herum. Dann habe ich ein Projekt, welches Teile meiner Bücher als Film zum Leben erweckt. Mit der Gruppe „Evil Kraken“ drehen wir Filme über das Amt für Aetherangelegenheiten. Mit dem Amt touren wir dann auch über Conventions und was sonst so geht.

Was ist für dich der perfekte Tag?

Erst mit meinem Hund raus. Bei den Spaziergängen plane ich den Tag. Wenn ich beim Schreiben nicht weiterkomme, ist es oft so, dass ich während des Laufens plötzlich die Erleuchtung habe. Dann schreibe ich bis mittags, zwischendurch ein wenig Facebook. Dann nochmal schreiben bis ca 4 Uhr, bis Hausarbeit und Familie drängelt. Wir essen und dann schauen wir „Das perfekte Dinner“ und dann ist es schon Zeit, das Kind ins Bett zu bringen. Dann schauen mein Mann und ich noch gemütlich was und dann geh ich früh ins Bett. Ich bin Frühaufsteherin, und geh gern früh ins Bett.

Was liest du selbst gerne?

Fantasy. Ich habe in meinem Leben echt alle Genres ausprobiert, und es kann auch sein, dass sich das wieder ändert, aber in den letzten Jahren war es hauptsächlich Fantasy. Ich liebe die Sachen von Brian Sanderson, von Patrick Rothfuss und Robin Hobb. Ich lese das auch auf Englisch, was wirklich besser ist, weil ich viel zu schnell lese ….

Wie kamst du zum Schreiben?

Zufällig. Ich habe eine Autorin kennengelernt, die meinte, ich solle das doch mal probieren. Sie hatte einen Kurs: Kreatives Schreiben und das hat mich gezündet. Der NaNoWriMo 2012 war dann der Durchbruch. Ich habe danach nicht mehr aufgehört, zu schreiben.

Wer oder was inspiriert dich?

Ich hab Kopfkino. Ich habe da keine spezielle Inspiration. Ich habe Figuren, die zum Leben erwachen, und die sollen tolle Sachen erleben. Nachdem ich die Aetheridee hatte, verselbstständigte sich das alles. Ich brauchte eher einen Stopp-Knopf, als einen An-Knopf. Ich frag mich immer: was würde ich jetzt lesen wollen? Und das schreib ich dann. Manchmal auch nicht, weil ich es spannend machen will, dann schieb ich noch was Gemeines dazwischen.

Wie und wo schreibst du am liebsten?

An meinem Laptop in der Küche. Mein Mann hat mir ein Pult gebaut. Ich habe leider kein Arbeitszimmer, aber letztlich liebe ich es, mitten im Geschehen zu sein. Wenn rundum das Leben trubelt (was bei zwei Katzen, einem Hund, einem Kind und einem Mann, der mindestens eben so viele Hobbies wie ich hat, schnell geschehen kann, dann geht es am Besten).

Wie kamst du zur Idee zu Aetherhertz?

Ich wollte, dass meine Heldin etwas Besonderes ist. Aber ich wollte keine Prophezeiung oder so. Und da ich kurz zuvor dem Steampunk-Fieber anheim gefallen war, lag diese Aether-Geschichte nahe. Aether ist im Steampunk ein häufig genutzter Begriff. Ich wollte ihn aber greifbarer machen. Daher die Idee, dass er eine Substanz ist, die nicht irgendwo in der Atmosphäre rumfliegt, sondern aus den Gewässern aufsteigt.

Die Geschichte wirkt sehr realitätsnah und wunderbar recherchiert. Was waren deine Recherche Quellen?

Ich bin selbst am Rand des Schwarzwalds aufgewachsen. Meine Oma lebte in Baden-Baden und ich kenne die Stadt gut. Ansonsten … wikipedia ….

Für alle, die es nicht kennen, erzähl uns doch kurz was zum Steampunk und was reizt dich so an diesem?

Steampunk ist … ganz schwer zu beschreiben. Für die einen ist es Retro-Futurismus: also eine Welt, die in einer Zukunft wieder technologisch auf Dampfmaschinen zurückfällt. Für die anderen blieb die Welt in einer solchen Vergangenheit stecken und hat sich anders entwickelt. Wie auch immer: Steampunker lieben altmodischen Kleidungsstil und ebensolche Umgangsformen. Sie lieben es, Dinge zu basteln und sich vorzustellen, dass man in einem Luftschiff verreisen könnte.

Da ich persönlich Dampf als sehr unpraktisch empfinde, habe ich mit dem Aether eine andere Möglichkeit gefunden, solche Luftschiffe zu realisieren. Und Pauls kleine Spielereien.

Kannst du allen, die jetzt auf den Geschmack gekommen sind, noch weitere Bücher aus dem Steampunk-Bereich empfehlen?

Also es gibt ganz wunderbare Bücher aus Deutschland und Österreich. Christian und Judith Vogt haben „Die zerbrochene Puppe“ geschrieben, und wenn man in das Verlagsprogramm von Feder&Schwert schaut, wird man weiter fündig: da ist Chris Schlichts „Maschinengeist“, und und …

Kannst du dir vorstellen auch mit Verlagen zu Arbeiten oder bleibst du lieber beim Selfpublishing?

Mein aktuelles Buch „Waldesruh“ kommt tatsächlich in Zusammenarbeit mit einem Verlag heraus. Das liegt aber unter anderem daran, dass dieser Verleger mir alle Freiheiten ließ, ich durfte also das Cover gestalten und viele andere Dinge mitbestimmen. Ich habe große Bedenken, meine Babys abzugeben … da müsste das Schmerzensgeld schon hoch sein.

Gibt es bereits ein neues Projekt? Und wenn ja, willst du uns noch kurz etwas darüber erzählen?

Naja, wie gesagt: jetzt kommt „Waldesruh“ heraus, es müsste die Tage erhältlich sein. Ich schreibe gleichzeitig Aetherwestern (zusammen mit anderen Autoren- die kommen als Groschenromane heraus); ich darf an einem österreichischen Steampunk-Romanprojekt namens „Agnosia“ mitschreiben. Die Aetherwelt geht nach „Waldesruh“ auch weiter, der folgende Teil wird im Frühjahr 2015 rauskommen. Jetzt gerade geht mir eine junge Dame nicht aus dem Kopf, die sich Köln 1913 herumtreibt, und deren Geschichte unbedingt raus will.

Man sagt mir nach, ich schreibe schneller, als andere Leute lesen können …

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Buchvorstellung

(c) Anja Bagus

(c) Anja Bagus

Aetherhertz habe ich erst vor kurzem beendet und ich war wirklich begesitert. Aber das lest ihr am besten einfach in meiner Rezi dazu. Es ist der erster Teil einer Triologie.

Buchrücken:

Seit der Jahrhundertwende steigt grüner Nebel über den Flüssen auf. Æther ist für die Industrie ein Segen, für die Menschen ein Fluch. Luftschiffe erobern den Himmel, Monster bevölkern die Auen.

Wir schreiben das Jahr 1910: Im mondänen Baden-Baden scheint die Welt noch in Ordnung. Doch während die Kurgäste aus aller Welt durch die Alleen und den Kurpark flanieren, sterben junge Frauen an einer mysteriösen Vergiftung.

Das Fräulein Annabelle Rosenherz versucht die Ursache herauszufinden und gerät dabei selbst in große Gefahr, denn sie hat schon lange ein Geheimnis. Als sie der Wahrheit zu nahe kommt, nimmt man sie gefangen.

Auf den finsteren Höhen des Schwarzwalds verliert sie fast ihren Verstand und es entscheidet sich, ob Annabelle sich selbst akzeptieren kann, und ihre erste Liebe stark genug ist, den Widerständen der Gesellschaft zu trotzen.


Aehterresonanz ist der zweite Teil.

(c) Anja Bagus

(c) Anja Bagus

Buchrücken:

Veränderte, so nennt man sie höflich. Verdorbene, zischt man hinter vorgehaltener Hand. Annabelle Rosenherz ist eine Veränderte. Ihr Geheimnis wurde gelüftet, aber obwohl viele zu ihr halten, findet sie keine Ruhe. Als ein Brief sie auf die Spur ihres verschwundenen Vaters lockt, folgt sie dieser kurz entschlossen.

Die Polizei ist mithilfe des Amts für Ætherangelegenheiten auf der Spur eines Mörders, der seine friedlich schlafenden Opfer in verschlossenen Räumen grausam verstümmelt.

Am Rhein spucken die riesigen Schornsteine der Bader-Æther-Werke unaufhörlich Rauch in den Himmel, während die Kolben der Dampfmaschinen den kostbaren Stoff komprimieren. Verbergen die hohen Mauern ein düsteres Geheimnis?

Æther und Maschinen, Liebe, die den Tod nicht akzeptieren will und falsche Entscheidungen: Ætherresonanz ist Steampunk aus Deutschland, dessen Dampfdruck die Kessel zu sprengen droht.


(c) Anja Bagus

(c) Anja Bagus

Und Teil drei ist Aethersymphonie.

Buchrücken:

Æther gestaltet die Welt neu. Jeden Tag werden Entdeckungen und Erfindungen gemacht, die das Leben, die Technik, Tiere und Menschen verändern. Heute noch Luftschiffkapitän, morgen ein Monster mit Fell und Krallen, Flügel und Schnabel. Niemand weiß, ob er am nächsten Tag mit einer seltsamen Fähigkeit erwacht.
Annabelle Rosenherz ist so eine Veränderte. Mit ihrer grünen Hand kann sie heilen und töten. Während die Welt sich langsam an die neuen Gegebenheiten gewöhnt, vermisst sie immer noch schmerzhaft ihren Vater, der nun seit zwei Jahren verschwunden ist.

Eine Spur führt nach Prag. Annabelle lädt ihre Freunde zu einer Fahrt auf der »Delfin«, einem experimentellen Luftschiff, ein. Während sie sich bemühen, der goldenen Stadt ihre Geheimnisse zu entlocken, werden Sucher zu Gesuchten und schließlich zu Gejagten.


Und Waldesruh ist der erste Teil der Triologie rund um den Glasberg.

Anja Bagus

Anja Bagus

Buchrücken:

Hochschwarzwald 1912 Die adlige Witwe Minerva hat die Nase voll davon, weiterhin Gesellschafterin ihrer Mutter zu sein. Der Unternehmer Falk Bischoff will eine Glashütte kaufen, doch der Glasmachermeister wurde ermordet und seine wertvolle Forschung ist verschwunden. Ein preußischer Hauptmann folgt den unheilvollen Visionen einer Hexe. Seine Mission: einen drohenden Krieg verhindern. Alle diese Personen logieren im exklusiven Hotel “Waldesruh”, dessen verwöhnte Gäste sich eines luxuriösen Lebens erfreuen. Sie wollen Skilaufen oder im Pferdeschlitten durch die verschneite Landschaft kutschieren und sich abends mit Tanz und Gesellschaftsspielen amüsieren. Doch auch sie müssen feststellen, dass der Æther rund um den mysteriösen Glasberg vieles verändert hat. Als in der Silvesternacht uralte Mächte erwachen, müssen sich alle entscheiden, auf welcher Seite sie stehen. Entdecken Sie die Ætherwelt: Steampunk aus Deutschland. Hier gibt es sowohl Automobile mit Æthereinspritzung, als auch Naturgeister, geheimnisvolle Apparate und religiöse Fanatiker.

Die Rechte an den Buchrücken und Covern liegen bei Anja Baugs.

Ihr findet alles und noch viele weitere Informationen auch alle auf ihrer Website. Ich bedanke mich bei Anja, für das tolle Interview und kann euch allen nur empfehlen, mal in die Bücher zu schnuppern. Ich freue mich auf jeden Fall schon mir demnächst auch die weiteren Bücher zu besorgen und zu lesen.

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3 Kommentare

  • Reply Darf ich bitten – Horus W. Odenthal - Lovely Mix 18. Oktober 2014 at 13:46

    […] schauen, dort sind noch mal alle Interviews von Teil eins aufgeführt. Und hier gehts noch mal zu Anja Bagus, dass erste Interview von Teil zwei, ebenfalls bei […]

  • Reply [Blogger-Aktion] – Die ersten Termine - Lovely Mix 26. November 2014 at 15:43

    […] Anja Bagus […]

  • Reply Monatsrückblick Oktober - Lovely Mix 6. Dezember 2014 at 21:28

    […] Darf ich bitten – Anja Bagus […]

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