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Rezensionen/Reviews

[Rezension] Tiefe Wellen von Kat Rosenfield

22. August 2015

Verlag: FJB

Erscheinungsjahr: 2015

Format: ebook

Seiten 416

Originaltitle: Inland

Originalverlag: Dutton Books for Young Readers

Preis: [D] 12,99 €

(c) FJB

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Callie Morgans Mutter ist ertrunken - war es ein Unfall oder Selbstmord? Deshalb hat sie Angst vor dem Wasser. Durch eine ungeklärte Krankheit, steigt das Wasser auch in ihren Lugen. Jahrelang muss Callie leiden, vegetiert vor sich hin, hat kein Leben. Bis ihr Vater eines Tages einen Job im feuchtwarmen Florida annimmt. Plötzlich verschwinden ihre Symptome. Callie findet endlich Freunde und ein Junge verliebt sich sogar in sie. Aber das verworrene, vom Schicksal verfolgte Verhältnis ihrer Familie zum Wasser scheint auch sie zu verfolgen - das Meer ruft sie.

Meinung

„Da war ein Schatten im Wasser. Und als er unter unserem Boot verschwand, öffnete das Meer seinen gähnenden blauen Schlund und verschlang meine Mutter mit Haut und Haar.“ (S. 24)

Mir fehlen etwas die Worte - ich bin verwirrt und weiß gar nicht so richtig, wie ich euch das Buch beschrieben soll.

Callie verliert mit jungen Jahren ihre Mutter - mitten auf dem Meer sieht sie mit an, wie sie vom Meer verschlungen wird. Bis in ihre späte Jugend hinein weiß sie nicht warum - war es ein Unfall, hat sie sich das Leben genommen? Ihr Vater schon und er zieht mit Callie tief ins Landesinnere, von einem Ort zum anderen, nur weg vom Meer und all den schrecklichen Erinnerungen. Doch Callie wird schwer krank, ihre Lunge ist immer wieder voller Flüssigkeit und die Ärzte wissen nicht, was mit ihr los ist und können ihr kaum helfen. Sie lebt ihr Leben eingesperrt zu Hause oder im Krankenhaus, hat keine Freunde und wird immer mitgezogen. Bis ihr Vater eines Tages einen Job in Florida annimmt. Dort endlich geht es ihr mit jedem Tag besser, sie hat ein Leben, findet Freunde und verliebt sich. Doch gleichzeitig bekommt sie jede Nacht sehr reale Träumen, zum Teil Alpträume. Hört den ruf des Wasser, die Stimme ihre Mutter…

Der Schreibstil und die Geschichte haben etwas sehr poetisches gemixt mit etwas mystischen. Die Geschichte ist etwas ganz Eigenes, Besonderes. Etwas, dass ich so noch nie gelesen haben. Gleichzeitig hat sie mich sehr verwirrt, ich weiß noch immer nicht, was ich genau empfinden soll. Aber es hat mich auf eine gute Art und Weise verwirrt. Ich hab zwar noch immer keine Ahnung, was nun los war, was mit Callie passiert oder passiert ist, was das ganze mir sagen soll. Aber trotzdem hat mich Kat Rosenfeld mit diesem ganz eigenen, besonderem Schreibstil gefangen. Die Art, wie sie die Geschichte aufbaut, wie sie mit Worten spielt hat mich gefesselt, trotz der Ungereimtheiten und der offenen Fragen.

Fazit
Kat Rosenfield schafft viel Spielraum für eigene Interpretationen, schubst einen nur an aber lässt frei entscheiden was man denkt, das die Antwort auf die Fragen ist, die Tiefe Wellen hinterlässt. Es ist irgendwie Fantasy, irgendwie Contemporary - lest es am besten selbst und bildet euch eure eigene Meinung zu dieser einzigartige Geschichte.

5herzen

Autorin:

Kat Rosenfield wohnt in Neuengland. Sie schreibt für MTV über Filme und Promist. Ihr erster Roman war „Toter Sommer“ der 2014 ein Fischer Verlag erschien. Mehr Infos unter katrosenfield.com

 

Rezensionen/Reviews

[Rezension] Die Seiten der Welt - Kai Meyer

21. Dezember 2014

Die Seiten der Welt von Kai Meyer (c) FJB

inhalt3

Furia Salamandra Faerfax lebt in der Welt der Bücher. Unter dem englischen Landsitz ihrer Familie verbirgt sich eine unendliche Bibliothek voller Wunder. Dort sucht Furia nach einem ganz besonderen Buch, ihrem Seelenbuch. Mit dessen Hilfe will sie die Magie und die Macht der Worte entfesseln und zu einer vollständigen Bibliomantin werden. Aber dann geschehen viele schreckliche Dinge. Ihr Bruder wird entführt und Furia muss um sein Leben kämpfen. Auf ihrem Weg kommt sie nach Libropolis. Eine Stadt der verschwundenen Bücherläden und die Grenze der Nachtrefugien. Dort trifft sie auf Cat, eine Diebin im Exil und Finnian, den Rebellen. Sie ziehen gemeinsam los in den Krieg gegen die Herrscher der Bibliomantik und die Entschreibung aller Bücher.

Meinung

Schreibstil

Das Buch ist aus der dritten Perspektive geschrieben. Die meiste Zeit begleiten wir Furia, ab und an gibt es einen Blick zur Lampe und zum Sessel oder zur Antiqua. Es ist ein jugendlicher und stellenweise tiefgründiger Schreibstil der einige schöne Bilder schafft.

Charaktere

Es gab viele, viele Charaktere. Furia, Pip, ihren Vater Tiberius, Isis Nimmernis, Marta Antiqua, Finnian, Cat, Kyriss, Celestian, Severin, Sunderland, Wackford, Pauline, Puck, Ariel, die Umgarnte und ihre Kavaliere und nicht zu vergessen die sprechende Leselampe und den sprechenden Sessel sowie Ypsilonzett.

All diese Charaktere prasseln auf den Leser herein. Leider fehlt es mir bei einigen an Tiefgang. Sie werden zum Teil nur kurz dargestellt, in die Geschichte geworfen und sind halt dann da und dann aber oft auch schnell wieder weg, ohne das wir sie wirklich kennen lernen dürfen. Selbst Furia, als die Hauptprotagonistin bleibt für mich etwas kalt. So richtig konnte ich nicht mit ihr mitfiebern. Stellenweise war sie mir mit ihren 15 Jahren zu Erwachsen dargestellt und zu besserwisserisch und ich konnte ihr Verhalten nicht immer nachvollziehen.

Lediglich die Lampe, der Sessel und Ypsilonzett haben mich wirklich begeistern können. Sie sind etwas besonderes und frech und lockerten die Geschichte auf. Leider nur viel zu selten. Wobei ich immer noch nicht anders kann, die Lampe und der Sessel haben mich stark an den Kronleuchter und die Uhr aus die Schöne und das Biest erinnert.

Geschichte

Dort draußen war die weite Welt, laut und schrill und tanzend, aber die Faerfax lebten in der Abgeschiedenheit der Cotswolds, in der Stille der Bücher, verborgen vor den Agenten der Akademie. (S. 32

Der erste Teil fing zu nächst sehr magisch an. Ich konnte die Liebe zu den Büchern richtig spüren. Nur, die hat schnell wieder nachgelassen. Es gab sehr viele, fast zu viele Informationen auf engstem Raum und kaum Spannung. Zu Beginn des zweiten Teiles bzw. gegen Ende des ersten Teiles dachte ich dann, jetzt geht es richtig rund. Leider waren immer wieder lange Stellen dabei. Dann aber auch Stellen, die mich als Leser zu schnell durch das Buch jagten. Es gab so viele wundervolle, magische Ideen und Ansätze aber alle waren nur irgendwie in die Geschichte geworfen und sehr kurz angekratzt. Mir hat etwas der Zusammenhang gefehlt, dieses große, runde Ganze, dass alles logisch und sinnvoll erscheinen lässt. Es ist zu viel passiert und irgendwie nichts davon wirklich ausgereift.

Ich hätte mir ein paar weniger Ereignisse und Charaktere gewünscht, die dann aber so richtig in die Tiefe gehen. Leider konnte ich auch manche Handlungen und Ereignisse nicht nachvollziehen, manche Charaktere konnten plötzlich Dinge oder wussten sie, und es war nicht ganz erklärt, warum.

Von Libpropolis hatte ich mir so viel erhofft. Durch den ganzen Marketingrummel im voraus hatte ich eine magsiche, warme Stadt voller Bücherliebender im Sinn und dann ist es so eine grausame und kalt Stadt. Positiv waren aber die Cliffhänger am Ende von vielen Kapiteln, so konnte ich doch immer wieder zum weiterlesen angespornt werden.

Fazit

Ein Buch, das wirklich eine tolle Idee zugrunde liegen hat. Mit vielen guten, magischen und faszinierenden Ansätzen. Stellenweise haben diese mich auch unterhalten und die Leselampe und der Sessel haben es mir angetan. Insgesamt aber eine Geschichte mit etwas zu viel Jagen und gejagt werden, zu viel Mord und Totschlag, zu vielen Ideensträngen und Charakteren. Dadurch kam alles etwas zu kurz und war mir nicht logisch genug. Es war ok, konnte meine Erwartungen leider aber nicht erfüllen. Da ich stellenweise trotzdem unterhalten war und ein paar gute Ansätze dabei waren, gebe ich drei von fünf Herzen.

3herzen

Autor

Kai Meyer wurde 1969 geboren und gehört zu den wichtigsten Phantastik-Autoren in Deutschland. Er veröffentlichte bereits mehr als 50 Romane, die in 30 Sprachen erschienen. Sie wurden als Filme, Hörspiele und Graphic Novels adaptiert und mit Preisen im In- und Ausland ausgezeichnet.
Webseite: www.kaimeyer.com

Es ist zwar noch nicht 2015 aber mein ersten Versuch für die versprochenen Rezi-Zusätze bekommt ihr nun doch schon zu sehen. So könnte ihr den Lernprozess gleich nocht miterleben - meine erste Rezi-Sketchnote:

 

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