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Blanvalet

Rund ums Lesen

Vorschau Frühjahr/Sommer 2016 - Blanvalet

18. Dezember 2015

Nach den Büchern aus dem Diana und Goldmann Verlag gibt es heute meine Wunschbücher aus dem Frühjahresprogramm von Blanvalet.

Die Ernte des Bösen von Robert Galbraith (c) BlanvaletRobert Galbraith - Die Ernte des Bösen

(Rechte an Inhaltsangabe und Buchcover liegen beim Blanvalet Verlag)

Nachdem Robin Ellacott ein mysteriöses Paket in Empfang genommen hat, muss sie zu ihrem Entsetzen feststellen, dass es ein abgetrenntes Frauenbein enthält. Ihr Chef, der private Ermittler Cormoran Strike, ist ebenfalls beunruhigt, jedoch kaum überrascht. Gleich vier Menschen aus seiner eigenen Vergangenheit fallen ihm ein, denen er eine solche Tat zutrauen würde – und Strike weiß, dass jeder von ihnen zu skrupelloser, unaussprechlicher Grausamkeit fähig ist.

Während die Polizei sich auf den einen Verdächtigen konzentriert, der für Strike immer weniger als Täter infrage kommt, nehmen er und Robin die Dinge selbst in die Hand und wagen sich vor in die düsteren und verstörenden Welten der drei anderen Männer. Doch als weitere erschreckende Vorfälle London erschüttern, gerät das Ermittlerduo selbst mehr und mehr in Bedrängnis …


Marc Levy - Das Geheimnis des SchneemädchensDas Geheimniss des Schneemdächens von Marc Levy (c) Blanvalet

(Rechte an Inhaltsangabe und Buchcover liegen beim Blanvalet Verlag)

Im Wrack eines Flugzeugs, das im ewigen Eis des Mont-Blancs gefangen ist, findet Suzie Backer den Beweis dafür, dass ihre Familie zu Unrecht des Hochverrats beschuldigt wurde. Als der Reporter Andrew Stillmann ihr begegnet, wittert er nicht nur eine einzigartige Geschichte, sondern er ist auch von dieser geheimnisvollen Frau fasziniert. Gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach der Wahrheit, doch dabei wecken sie schlafende Hunde und bringen sich in tödliche Gefahr. Denn ihre Nachforschungen führen sie auf die Spur einer unmöglichen Liebe und eines Mannes, der für ein gewisses „Schneemädchen“ sein Land und alles, woran er glaubte, verriet …


Schwarze Wut von Karin Slaughter (c) BlanvaletKarin Slaughter - Schwarze Wut

(Rechte an Inhaltsangabe und Buchcover liegen beim Blanvalet Verlag)

Als krimineller Biker getarnt kommt Will Trent nach Macon, Georgia, um die Drahtzieher im dortigen Drogengeschäft zu entlarven. Sollte er erkannt werden, ist er ein toter Mann. Doch die Sache wird noch komplizierter, als klar wird, dass Detective Lena Adams in dem Fall verwickelt ist. Nach einer Razzia auf einen Fixertreff wurde sie in ihrem Haus überfallen. Dabei wurde ihr Mann Jared schwer verletzt und liegt seitdem im Koma. Sollte Sara Linton erfahren, dass ihr Stiefsohn Jared zwischen Leben und Tod schwebt, wird sie nicht nur nach Macon kommen und Lena zur Rede stellen – sondern sie könnte auch Wills Tarnung auffliegen lassen. Will muss um jeden Preis verhindern, dass sie sich in die Ermittlungen einmischt – andernfalls würde es bedeuten, dass sie diesmal auf gegnerischen Seiten stehen …


Schwarze Feder von Nina Malik (c) BlanvaletNina Malik - Schwarze Federn (Paperback)

(Rechte an Inhaltsangabe und Buchcover liegen beim Blanvalet Verlag)

Als Marlis Seelers aus einem Albtraum erwacht, muss sie feststellen, dass die Realität tausendmal schrecklicher ist. Ihr Haus wurde verwüstet und mit Teer beschmiert. Als sie den Wintergarten betritt, stockt ihr endgültig der Atem: In einem Nest aus Federn liegt dort ein totes Liebespaar. Während Chefermittler Simon Ackermann der Spur des plötzlich verschwundenen Ehemanns folgt, durchleuchtet seine junge Kollegin Franka Janhsen die scheinbar heile Welt der Familie Seelers. Dort stößt sie auf einen Strudel dunkler Geheimnisse, der sie unausweichlich anzieht. Denn Franka hat mit ihren eigenen Abgründen zu kämpfen …


Die alltägliche Logik des Glücks von Alain Gillot (c) BlanvaletAlain Gillot - Die Alltägliche Logik des Glücks (Taschenbuch)

(Rechte an Inhaltsangabe und Buchcover liegen beim Blanvalet Verlag)

Victor, der einsame Trainer einer Fußballmannschaft, freut sich nicht, als seine Schwester ihren Sohn Leonard bei ihm zurücklässt. Jedes Wiedersehen mit ihr weckt schmerzhafte Erinnerungen, und sein Neffe ist einfach seltsam. Er spricht kaum und spielt gegen sich selbst Schach. Als Leonard ihm auch noch altklug sagt, Fußball sei simpel, platzt Victor der Kragen. Fußball ist mehr als ein Ball und elf Männer, es ist eine Kunst! Und während Onkel und Neffe sich gegenseitig die Welt erklären, werden aus Fremden Freunde, aus Einzelgängern eine eingeschworene Gemeinschaft – und aus zwei Einzelleben wird eine gemeinsame Geschichte …


Die Honigtöchter von Cristina Caboni (c) BlanvaletCristina Caboni - Die Honigtöchter (Taschenbuch)

(Rechte an Inhaltsangabe und Buchcover liegen beim Blanvalet Verlag)

Kurz nach Sonnenaufgang verlässt Angelica Senes eine Landstraße in Südfrankreich und folgt einem von Rosmarin und Lavendelbüschen gesäumten Weg. Sie sucht den Bienenstock auf, den man ihr anvertraut hat. Sie ist reisende Imkerin, und sie liebt ihre Freiheit. Auch wenn sie dabei das türkisblaue Meer ihrer Heimat Sardinien vermisst. Erst als ihre Patentante stirbt und ihr ein Cottage hinterlässt, kehrt Angelica zurück. Doch dort muss sie sich dem stellen, was sie einst zurückließ: ihrer Familie, den Geheimnissen der Insel – und Nicola, dem Mann, an den sie schon als Kind ihr Herz verlor …


Die alte Dame die ihren Hut nahm und untertauchte von Leena Parkkinen (c) BlanvaletLeena Parkkinen - Die alte Damen, die ihren Hut nahm und untertauchte (Taschenbuch)

(Rechte an Inhaltsangabe und Buchcover liegen beim Blanvalet Verlag)

Eine einsame Straße im Südwesten Finnlands: Die dreiundachzigjährige Karen sitzt am Steuer eines hellblauen Plymouth Furys und drückt aufs Gaspedal. Neben ihr sitzt die hochschwangere siebzehn Jahre alte Azar, welche vergeblich versuchte, die alte Dame bei einem Überfall auszurauben. Die ungleichen Frauen fliehen beide vor ihrer Vergangenheit, aber aus den unterschiedlichsten Gründen. Und doch verbindet sie ein Ziel: eine einsame Insel im finnischen Meer, die ein Geheimnis birgt. Denn dort müssen Karen und Azar einen über fünfundsechzig Jahre zurückliegenden Mord aufklären – dabei tauchen sie in eine Familiengeschichte ein, die so rau ist wie der Inselwind und so wunderschön wie das Sonnenlicht über dem eiskalten Meer.


Die Tochter des Medicus von Gerit Bertram (c) BlanvaletGerit Bertram - Die Tochter des Medicus (Taschenbuch)

(Rechte an Inhaltsangabe und Buchcover liegen beim Blanvalet Verlag)

Als Gideon Morgenstern in Regensburg das Erbe seines Großvaters antritt, ahnt er nicht, dass der Koffer, den der alte Mann ihm vermacht hat, sein Leben für immer verändern wird. Gideon, der stets gegen die Traditionen aufbegehrte und als Einziger in der Familie nicht Arzt wurde, entdeckt plötzlich die tragischen Zeugnisse einer längst verschwundenen Welt: alte Fotografien, ein Hochzeitsgewand – und vor allem eine uralte Holztruhe. Diese gehörte Daniel Friedman, einem jüdischen Arzt, der 1519 in Regensburg bei einem Pogrom ermordet wurde. Als einzige Überlebende nahm seine Tochter Alisah den Medizinkoffer an sich und führte sein Handwerk fort. Doch als jüdische Frau war es nicht nur gefährlich, sondern auch verboten, als Ärztin tätig zu sein …


Weißer Schlaf von Emelie Schepp (c) BlanvaletEmelie Schepp - Weißer Schlaf (Taschenbuch)

(Rechte an Inhaltsangabe und Buchcover liegen beim Blanvalet Verlag)

Eine eisige Winternacht am Bahnhof Norrköping in Schweden. In einem Zugabteil liegt eine junge Frau – sie ist tot, ihre Finger sind blutig, aus ihrem Mund tropft weißer Schaum. Sie war nicht alleine unterwegs, doch ihre Begleiterin ist verschwunden. Wer sind die Frauen, und warum musste eine von ihnen sterben? Staatsanwältin Jana Berzelius wird mit den Untersuchungen beauftragt. Doch der ohnehin komplizierte Fall erweist sich als persönlicher, als Jana lieb ist – denn er führt mitten in ihre grausame Vergangenheit zurück. Danilo, mit dem Jana ihr Schicksal teilt, ist einer der Mordverdächtigen – und er weiß viel über Jana. Zu viel …


Jane's Melody von Ryan Winfield (c) BlanvaletRyan Winfield - Jane’s Melody (Taschenbuch)

(Rechte an Inhaltsangabe und Buchcover liegen beim Blanvalet Verlag)

Die 40-jährige Jane hadert mit ihrem Schicksal: Ihre Tochter Melody, zu der sie seit Monaten keinen Kontakt mehr hatte, ist überraschend gestorben. Als sie einen jungen Mann am Grab ihrer Tochter beobachtet, versucht Jane, von ihm mehr über Melodys jüngere Vergangenheit zu erfahren. Caleb ist Musiker ohne feste Bleibe, und als Jane ihm anbietet, in ihrem Haus zu wohnen, nimmt er ihren Vorschlag an. Vor der malerischen Kulisse der einsamen Pazifikküste lernen die beiden sich näher kennen. Und Jane spürt, dass aus ihrer anfänglichen Sympathie für den jungen Lebenskünstler langsam mehr wird. Doch ist sie bereit, einen Neuanfang zu wagen?


Die Begabte von Trudi Canavan (c) BlanvaletTrudi Canavan - Die Begabte (Taschenbuch)

(Rechte an Inhaltsangabe und Buchcover liegen beim Blanvalet Verlag)

Der junge Archäologe Tyen entdeckt ein magisches Buch, in dem seit vielen Jahrhunderten das Bewusstsein einer Frau gefangen ist: Pergama war einst eine talentierte Buchbinderin, bis ein mächtiger Magier sie mit einem Zauber belegte und dazu verfluchte, für alle Zeit das Wissen der Welt in sich aufzunehmen. Und so weiß Pergama, dass Tyens Heimat und allen, die ihm am Herzen liegen, eine schreckliche Katastrophe droht. Allerdings kann sie Tyen nur helfen, wenn es ihm gelingt, den Fluch des Buches zu brechen. Und tatsächlich hat Tyen keinen dringlicheren Wunsch, als Pergama zu befreien – der längst seine Liebe gehört.


Kaltgestellt von Royce Buckingham (c) BlanvaletRoyce Buckingham - Kaltgestellt (Taschenbuch)

(Rechte an Inhaltsangabe und Buchcover liegen beim Blanvalet Verlag)

Als Staatsanwalt Stu Stark den wichtigsten Fall seiner Karriere verliert, wird er fristlos entlassen. Um sein angeschlagenes Ego aufzupolieren, lässt er sich auf einen Trip durch Alaskas Wildnis ein. Was wie ein Abenteuer beginnt, entwickelt sich schnell zum Albtraum – denn nach einer Woche wird er nicht am vereinbarten Treffpunkt abgeholt. Man hat ihn im eisigen Polarklima zurückgelassen, wo ihm schon bald der Tod droht. Seine einzige Rettung ist ein alter Jäger, der ihn über den Winter bei sich aufnimmt. Für den ehemaligen Anwalt beginnt ein beinhartes Überlebenstraining, das er nutzen will, um sich an denjenigen zu rächen, die ihn verraten haben …


Das Café der guten Wünsche von Marie Adams (c) BlanvaletMarie Adams - Das Café der guten Wünsche (Taschenbuch)

(Rechte an Inhaltsangabe und Buchcover liegen beim Blanvalet Verlag)

Julia führt mit ihren Freundinnen Laura und Bernadette ein kleines Café mit einem ganz besonders charmanten Konzept: Jedem Gast wird heimlich ein guter Wunsch hinterhergeschickt. Julia wundert sich nicht, dass alle Gäste das Café glücklicher verlassen, schließlich glaubt sie an die Macht der guten Gedanken – die auch ihre große Liebe Jean zurückbringen soll. Alle anderen Männer hält sie deshalb auf Abstand – bis Robert sich mit (anfangs) unlauteren Mitteln in ihr Herz schleicht. Ist es seine Schuld, dass auf einmal manches schiefläuft? Oder braucht sie nicht nur Glück, sondern auch eine große Portion Mut, um sich wirklich auf die Liebe einzulassen?

Rezensionen/Reviews

[Rezension] Ismaels Orangen

1. März 2015

Ismaels Orangen von Claire Hajaj (c) Blanvalet

inhalt3

Autorin: Claire Hajaj

Erscheinungsjahr: 2015

Verlag: Blanvalet

Seiten: 436

Format: Hardcover

Originaltitel: Ismael’s Oranges

Originalverlag: Oneworld Publication

Preis: [D] 19,99 €, [A] 20,60 €, [CH] 26,90 €

Der siebenjährige Salim Al-Ismaeli ist im April 1948 gerade sieben Jahre alt. Er ist der Sohn eines palästinensischen Orangenzüchters und freut sich bereits darauf, die ersten Früchte seines eigenen Orangenbaums zu ernten. Doch dann bricht der Krieg aus und treibt die Familie in die Flucht. Salim hat von nun an nur noch einen Traum - Eines Tages seinen Baum wiederzusehen und im Land seiner Väter zu leben.

Gleichzeitig wächts Judith, die Tochter von Holocaust-Überlebenden, in England auf. Sie sehnt sich danach, irgendwann ein normales und glückliches Leben zu führen.

Im London der sechziger Jahre lernen sich Salim und Judith kennen und lieben. Doch ihre Liebe wird auf eine harte Probe gestellt.

Sketchnote:

Isamels orangen

Meinung

„Manche Leute haben das Gefühl, nirgendwo hinzugehören. Ganz gleich, wo sie auch sind, sie sind immer unglücklich. So ziehen sie von Ort zu Ort und versuchen, Frieden zu finden. Doch statt dessen landen sie immer wieder am gleichen Ausgangspunkt. Das ist der schlimmste Fluch auf dieser Welt“ (Seite 92)

Schreibstil

Claire Hajaj schreibt wundervoll flüssig und leicht mit einer bildhaften Sprache die dennoch nicht überfrachtet ist. Das Buch wechselt zu Beginn zwischen der Geschichte von Judith und Salim, vereint sich dann mit ihnen zu einem Erzählstrang nur um dann gegen Ende überwiegen bei Salim zu landen. Insgesamt ein bildgewaltiger und einfühlsam geschriebener Roman, der mich schnell fesselte.

Charaktere und Geschichte

Claire Hajaj hat mit Judith und Salim zwei unglaublich starke und sogleich so unterschiedliche Charaktere geschaffen. Beide geben uns Einblick in ihre Kultur und ihre Vergangenheit, die ihnen bereits in ihrer Kindheit Steine in den Weg legt und die bei ihrem Kennenlernen nur noch größer und zahlreicher werden. Beide sind tiefgründig, authentisch und facettenreich und obwohl ich Salim oft hätte Ohrfeigen können, gerade im späteren Verlauf des Buches, so kann man sein Verhalten und seine Gefühle doch nachvollziehen.

Die Geschichte beginnt mit der Vertreibung von Salims Familie aus Jaffa und von ihrer Orangenplantage. Kurz bevor Salim endlich seine erste Orange von seinem Baum, der zu seiner Geburt gepflanzt wurden ist, hätte ernten dürfen.

„Die Besitzer von Orangenplantagen pflanzen Bäume, wenn ihre Söhne geboren werden, sagten die Fellahin. Doch süß werden die Früchte erst, wenn aus den Jungen Männer geworden sind.“ (S 35)

Doch der Krieg kommt nach Palästina und sie fliehen. Sein ganzes Leben klammert sich Salim an die Hoffnung, eines Tages zurück zu kehren und im Land seine Väter seine Orangen zu ernten. Im Laufe seiner Reise, die ihm niemals das wirkliche Heimat-Gefühl beschert, landet er zum Studium in London wo er auf Judith trifft. Judith wuchs in einer jüdischen Familie in England auf. Sie selbst hat zwar keine Vertreibungen hautnah erleben müssen, hat es als Jüdin dennoch nicht einfach obwohl sie einfach nur eine unbeschwerte Kindheit erleben will. Beide lernen sich kennen und lieben. Trotz dieser riesigen kulturellen Kluft, er als Palästinenser, sie als Jüdin, beide Kulturen die bis tief in die Vergangenheit verfeindet sind, wagen sie es gemeinsam eine Zukunft zu starten. Sie tun alles, um sich für keine der beiden Seiten zu entscheiden und gemeinsam ihr Leben zu Leben. Doch die Vergangenheit lässt sich nicht ausschalten und ihre Liebe muss harte Proben durchstehen.

Das Buch ist wundervoll und einfühlsam geschrieben. Zwar ist es keine wirkliche Erzählung aus Claire Hajaj’s Leben, dennoch merkt man, dass sie aufgrund ihrer Vergangenheit und ihrer Familienzugehörigkeit weiß, wovon sie schreibt und selber viel dieser Gefühle und Konflikte erleben musste.

Sie schafft es die leider dauerhafte aktuelle Geschichte rund um den Nah-Ost-Konflikt und die Tragödie zwischen Israel und Palästina spannend zu beschreiben. Dabei gibt sie Einblicke in die Kulturen, Beweggründe und Gefühle beider Seiten. Sie schafft es, eine bewegende Liebesgeschichte zu erzählen, die den gesellschaftlichen, menschlichen und politischen Gegebenheiten viel Raum lässt und somit keine kitschige Romanze ist.

Das Buch erzählt davon, wie stark diese Kluft zwischen den Kulturen ist und wie sehr die Menschen noch heute von ihrer schweren Vergangenheit, belastet sind. Es zeigt, dass es keinen Sinn macht, sich in der Vergangenheit zu verrennen und Dinge ungeschehen machen zu wollen, die nicht zu ändern sind, sondern das Familie und Liebe viel wichtiger sind beziehungsweise sein sollten als ein alter Kluft zwischen Kulturen.

FazitIsmaels Orangen ist ein packendes, bildgewaltiges und einfühlsames Buch das mir auf jeden Fall im Gedächtnis bleiben wird. Beim Lesen merkte ich in jeder Zeile, wie viel Herzblut der Autorin in der Geschichte steckt. Claire Hajaj ist es gelungen eine ausgewogene Geschichte zwischen Liebe und zwei Kulturen und dem Jahrhunderte andauernden Konflikten zwischen Arabern und Juden zu verbinden.

5herzen

Autor:

Claire Hajaj wurde 1973 als Tochter einer jüdischen Mutter und eines palästinensischen Vaters in London geboren. Ihr bisheriges Leben hat sie zwischen zwei Kulturen verbracht und versucht, diese zu vereinbaren. Ihre Kindheit verbrachte sie im Nahen Osten und in England. Sie bereiste alle Kontinente und arbeitet für die UN in Kriegsgebieten wie Burma oder Bagdad. Für den BBC World Service schrieb sie Beiträge und veröffentlichte Artikel in Time Out und Literary Review. In Oxford machte sie ihren Master in Klassischer und Englischer Literatur. Gemeinsam mit ihrem Mann und ihrer Tochter leb sie in Beirut. Isamels Orangen ist ihr Debütroman.

Rezensionen/Reviews

[Rezension] Der Sommer der Blaubeeren - Mary Simses

1. Januar 2015

inhalt3

Ellen Branford, erfolgreiche Anwältin aus New York, fährt kurz vor ihrer Hochzeit in den abgelegenen Küstenort Beacon in Main. Dort will sie den letzten Wunsch ihrer kürzlich verstorbenen Großmutter erfüllen. Sie soll einen Brief überbringen und hofft, das Ganze schnell erledigen zu können. Doch bald ahnt sie, dass hinter dem Auftrag noch mehr steckt, als ihre Großmutter preisgeben wollte. Inmitten der Blaubeerfelder in Beacon wartet eine alte Geschichte von Liebe und verlorenen Träumen. Eine, die Ellen zeigt, dass man ab und an all seine Pläne über den Haufen werfen sollte, um das wahre Glück zu finden…

Der-Sommer-Der-Blaubeeren

Meinung

Der Sommer der Blaubeeren von Mary Simses (c) Blanvalet

Der Sommer der Blaubeeren von Mary Simses (c) Blanvalet

Schreibstil

Die Geschichte war aus der Ich-Perspektive durch Ellen erzählt. Der Schreibstil ist sehr einfach gehalten. Er war etwas emotional aber es fehlte an Tiefe. Dennoch lies sich das Buch einfach und schnell lesen.

Charaktere

Ellen ist zunächst eine ziemlich überhebliche Großstadtpflanze in ihrem Schickimick-Kostüm, die sich besser fühlt als alle Kleinstadt Bewohner. Sie war wirklich nicht sehr sympathisch zu Beginn und ich konnte sie überhaupt nicht leiden. Im Verlauf der Geschichte wird es etwas besser, sie passt sich dem Kleinstadtleben an und konnte ein paar Punkte mit ihrer Tollpatschigkeit für sich Gewinnen. Gestört hat mich, dass sie scheinbar eigentlich gar nicht so richtig sie selbst ist. Ständig las man nur, Hayden würde dies und Hayden würde das denken. Das nervte tierisch, egal ob es darum ging, das sie Darts spielte oder was sie aß.

Hayden nervte mich schon, bevor ich ihn überhaupt kennengelernt habe. Alleine durch das Verhalten von Ellen, wie sie ihn in den Himmel lobt. Er ist ja so perfekt, erfolgreich und bald ein Star in der Politik. Ich habe mir einen arroganten Schnösel vorgestellt, der denkt, er ist besser als der Rest der Welt und so in etwa kam er dann auch rüber. Roy hingegen mochte ich ganz gerne, er war sympathisch, lustig und ich mochte die Art, wie er Ellen immer aufzog.

Alles in allem fand ich die Charaktere aber zu viel mit Klischee’s gezeichnet. Die erfolgreiche Großstadtanwältin im Kostüm und das Kleinstadt-Landei mit Baseball-Kapuzenshirt und Jeans. Da fehlt mir die Tiefe der Charaktere, etwas eigenes, was es nur bei diesen Charakteren gibt. Ellen, Hayden und Roy und all die anderen, hätte man genauso gut in hunderte andere Geschichten dieser Art packen können. Ich fühlte mich oft an Sweet Home Alabama oder diese TV-Serie Men in Trees erinnert.

Geschichte

Ich fand es sehr gut, dass wir direkt in die Geschichte fallen. Wir werden im wahrsten Sinne des Wortes mit Ellen ins kalte Wasser geworfen. Denn die Geschichte beginnt damit, wie sie in der Kleinstadt Beacon auf einem alten, brüchigen Pier ins Wasser fällt, von der Strömung erwischt wird und fast ertrinkt. Roy, der Kleinstadt-Lebensretter springt hinterher und hilft ihr zurück ans Land. Vor lauter Freude, wieder festen Boden unter den Füßen zu haben, gibt Ellen ihm einen überschwänglichen Kuss. Von da an wusste ich als Leser bereits, wie es im Groben weiter gehen wird und wie die Geschichte ausgehen wird.

„‚Alle mal herhören, hier ist die Schwimmerin!‘ Er zeigte auf mich. ‚Die Frau die beinahe ertrunken wäre. Die Schwimmerin!'“ (S. 97)

Eigentlich ist Ellen in Beacon, um den letzten Wunsch ihrer Großmutter zu erfüllen. Sie soll einen Brief von ihr an deren alte Jugendliebe Chet Cummings übergeben. Denn was damals vorgefallen ist, hat ihre Großmutter wohl bis zum Ende nicht losgelassen. Die Aufgabe gestaltet sich allerdings schwieriger, als gedacht und Ellen muss länger als geplant in Beacon bleiben. In diesen paar Tagen lernt sie die Kleinstadt lieben und wird selbst ein bisschen zum Landei. Nebenbei versucht sie weiter die Aufgabe zu erfüllen und erfährt dabei Dinge über ihre Großmutter, von denen sie bisher noch nie gehört hatte. Und natürlich ist dann noch die Liebesgeschichte zwischen Roy und Ellen dabei und Hayden darf natürlich auch nicht fehlen.

Fazit

Mir war die Geschichte von Anfang an zu vorhersehbar. Sie war nichts Neues, all das hat man in der eine oder anderen Form schon gelesen und es wurden viele Klischees bedient. Das Geheimnis um ihre Großmutter war nicht wirklich spannend und konnte nicht den Überraschungseffekt herstellen, wie zunächst erhofft. Insgesamt waren die Charaktere zwar nett und zum Teil sympathisch, aber es fehlte an Tiefe. Pluspunkte gibt es aber für den leichten Schreibstil, die Art und Weise wie das kleine Küstenstädtchen beschrieben wurde, bei der man die Liebe zu Maine spürte und für den Einstieg in die Geschichte. Insgesamt gibt es daher 3 von 5 Herzen.

3herzen

Autorin

Mary Simses hat Journalismus und Jura studiert. Anschließend arbeitete sie als Anwältin und nur nach Feierabend gab sie sich ihrer Leidenschaft dem Schreiben hin. Bevor sie Der Sommer der Blaubeeren, ihren ersten Roman, schreib, veröffentlichte sie ein paar Kurzgeschichten Sie lebt mit ihrem Mann und ihrer Tochter im Süden Floridas und betreibt gemeinsam mit ihrem Mann eine Anwaltskanzlei.

Weitere Rezensionen

Buchblog um die Ecke

Alles und Anderes

Brösels Bücherregal

Rezensionen/Reviews

[Rezension] Die Bücherdiebin - Markus Zusak

5. Dezember 2014

inhalt3

Liesel ist neun Jahre alt, im Winter 1939, als ihre Mutter sie und ihren Bruder nicht mehr ernähren kann. Deshalb machen sie sich im Zug auf den Weg nach Molching in der Nähe von München. Um ein neues zu Hause bei einer Pflegefamilie zu bekommen. Auf dieser Zugfahrt verliert sie den ersten Menschen, ihren Bruder. In einem namenlosen Dorf findet eine kurze, kalte Beerdigung statt. Und dort passierte es. Sie stiehlt ihr erstes Buch. Dann stiehlt sie weiter - Äpfel, Kartoffeln, aber vor allem Bücher und die Herzen von Rudi, Hans, Rosa - und das vom Tod.

 

Meinung

 

Die Bücherdiebin, Markus Zusak (c) Blanvalet

Die Bücherdiebin, Markus Zusak (c) Blanvalet

Schreibstil

„Etwa zehn Meter zu meiner Linken stand das bleiche Mädchen, durchgefroren bis auf die Knochen und mit leerem Magen. Ihr Mund zitterte. Sie hatte die kalten Arme überkreuzt. Gefrorene Tränen hingen auf dem Gesicht der Bücherdiebin.“ (S. 15)

Der Schreibstil selbst hat mich vom ersten Wort an gefangen, verzaubert und berührt. Markus Zusak schafft einzigartige Metaphern, die unter die Haut gehen, auch wenn sie nicht immer Sinn ergeben. Das Buch ist anders, als alles, was ich bisher gelesen habe. Zwar auch erst gewöhnungsbedürftig und manchen liegt es vielleicht nicht, doch ich habe es geliebt. Die Geschichte wird vom Tod selbst erzählt, der alles in Farben sieht und sogar ein Herz hat. Vor jedem Kapitel werden kurz die Protagonisten vorgestellt, wobei es nicht immer Menschen sein müssen und es ergibt nicht immer einen Sinn. Es machte aber neugierig, passte wunderbar in die Geschichte und wurde in diesen Teilen dann immer aufgeklärt.

Zwischenrein fettgedruckte Einschübe mit Erklärungen, Hintergrundinformationen und Gedanken des Todes die alle besonders sind und der Geschichte etwas magisches einhauchten. Ab und an gibt er schon einen Ausblick auf spätere Geschehnisse, die aber nie zu konkret wurden und mich nur noch neugieriger und ungeduldiger machten.

„Ich habe Millionen Finsternisse gesehen. Ich habe sie schon so oft gesehen, dass ich mich nicht mehr an sie erinnern will.“ (S. 18)

Charaktere

Das Buch strotzt nur so voll wunderbaren Charakteren. Allen voran der Tod, der die Geschichte von Liesel erzählt und auch immer wieder selber zum Handeln kommt und sich mit seinen Gedanken einbringt. Markus Zusak schafft es, den Tod als einen sympathischen und herzensguten Protagonisten darzustellen, der selber so viel Leid, wie es damals zu Nazi-Zeiten herrschte, nicht erträgt.

Liesel Meminger ist eine sympathische und empahtische Protagonisten, die berührt. Wir begleiten sie auf dem Weg zum Erwachsen werden, bei ihrer Freundschaft mit Rudi, wie sie in ihre Pflegefamilie hineinwächst, das Lesen lernt und andere mit Worten bezaubert und ihnen mitten im Bombenangriff die Angst nimmt. Ein wirklich gelungener Charakter, unser Saumensch, wie sie liebevoll von Rosa, ihrer Pflegemutter genannt wird.

Rosa wirkt sehr hart und streng, betitelt jeden mit Saumensch oder Saukerl, hat aber ein sehr großes Herz und ist voller Liebe für Liesel und Hans, ihren Mann. Die Beziehung zwischen Liesel und Hans geht mit jeder Seite auf, wie eine Knospe im Frühling und erblüht schließlich in vielen Farben. Es war bewegend dabei zu sein, wie sie zusammen wachsen. Hans, der Akkordeonspieler, der ein perfekter Papa für Liesel war und ihr das Lesen beibrachte und Max half.

„Die Blasebälge atmeten, und der große Mann spielte für Liesel Meminger, ein letztes Mal, während der Himmel langsam vom Feuer genommen wurde.“ (S. 574)

Auch Max ist ein toller Protagonist, der kurz alles aufwirbelt, ein guter Freund für Liesel wird und zwei wichtige Bücher mit einbringt. Und Rudi, ein Schelm, der es faustdick hinter den Ohren hat mit einen großen Herzen, der bald Liesels bester Freund wird.

Geschichte

Der Tod berichtet von Liesels Leben. Ihrem Leben in Kriegsdeutschland zu Hitlers Zeiten, ihre Zeit zwischen Kindheit und erwachsen werden und ihr Leben zwischen Büchern und der Macht der Worte. Wir begleiten sie durch diese spannenden, lustigen und oft auch traurigen Zeiten. Ich möchte nicht zu viel verraten. Nur, dass Markus Zusak es schafft, eine Geschichte zu dieser Zeit zu schreiben, die aber anders ist, als andere. Sie spricht den Holocaust an, aber nur nebenbei und gleichzeitig spürt man trotzdem, welches grausame Schicksal diese armen Menschen durchleben mussten. Er berichtet von den Leuten, die eher abseits vom richtigen Kriegsgeschehen waren, zumindest zunächst und doch bringt er die Brutalität und Grausamkeit solcher Zeiten rüber. Gleichzeitig ist die Geschichte aber auch unterhaltsam und lustig und doch so tief ergreifend. Eine Geschichte, der jeder mal eine Chance geben sollte. Sie mag erst gewöhnungsbedürftig sein, doch wenn man es schafft, sich fallen zu lassen, dann wird man diese Buch kaum noch aus der Hand legen wollen. Mir brach es jedes mal ein Stück das Herz, es weg zu legen. Ich fand es aber genauso schlimm, weiter zu lesen, weil ich wusste, dass das Buch dann zu Ende geht.

Fazit

Ein Buch über die Macht der Worte, über einen Saumenschen mit großem Herz, mit tollen Charakteren und einer bewegenden Geschichte. Diesem Buch sollte Jeder mal eine Chance geben. Ein Geschichte, die unterhält, zum Lachen bringt und gleichzeitig ergreifend ist und einem wieder vor Augen hält, mit welche einfachen aber mächtigen Werkzeugen solche himmelschreienden Ungerechtigkeiten und Grausamkeiten entstehen können - den bloßen Worten eines einzelnen Mannes. Eindeutige 5 Herzen für diese magische, bewegende Geschichte.

5herzen

Autor:

Markus Zusal wurde 1975 geboren und lebt in Sydney. Er schreibt Romane, die international für Aufruhr sorgen. Der Joker wurde mehrfach ausgezeichnet. Die Bücherdiebin ist sein erster Roman für Erwachsene, das nur eine kurze Geschichte werden sollte. Doch es wurde eine umfangreiche Geschichte, die erzählt, wie es damals seinen Eltern aus München und Wien erging, mit ihren Erinnerungen an die Bomben und die Flamen und die Erinnerung an Kinder, die man bestrafte, weil sie ein Stück Brot mit Juden teilten, die auf der Straße nach Dachau getrieben wurden.

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Und weil ich einfach so viele Zitate hatte, die mich bewegt haben und mir sehr gefallen haben, hier noch die restlichen, die ich beim Lesen herausgeschrieben habe:

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„Nicht alleine lassen: Ein Beweis des Vertrauens und der Liebe, oft empfunden von Kindern.“ (S. 43)

„Aber es war ja auch völlig ohne Bedeutung, wovon das Buch handelte. Wichtig war nur, was es ihr bedeutete.“ S. 44)

„Mehr als einmal hätte sie fast ein Buch von seinem Platz genommen aber sie wagte nicht, sie zu stören. Sie waren einfach vollkommen.“ (S. 150)

„Ich habe mir oft gewünscht, dass dies alles vorbei wäre, Liesel, aber dann kommst du die Kellertreppe herunter und hältst einen Schneemann in deinen Händen.“ (S. 341)

„Die Bomben kamen - und ich mit ihnen.“ (S. 364)

„Glaubt mir, wenn ich euch sage, dass ich an diesem Tag jede Seele aufhob, als wäre sie neugeboren. Ich küsste sogar ein paar erschöpfte, vergiftete Wangen. Ich lauschte ihren letzten, erstickenden Schreien. Ihren verschwindenden Worten. Ich betrachtete ihre Visionen von Liebe und befreite sie von ihrer Angst.“ (S. 379)

„Sie waren Franzosen, diese Juden, und sie waren wie ihr.“ (S. 380)

 

Rezensionen/Reviews

[Rezension] Die Unbekannte - Peter Swanson

30. November 2014
Die Unbekannte - Peter Swanson (c) Blanvalet

Die Unbekannte - Peter Swanson (c) Blanvalet

inhalt3

George führt ein ziemlich eintöniges und wenig ereignisreiches Leben. Er arbeitet seit Jahren für eine Zeitung, die mehr oder weniger gut läuft, hat eine gute Freundin mit Bonus und versinkt nach und nach in seiner Einsamkeit. Bis er eines Tages seine verloren geglaubte erste Liebe Liana Decter wiedersieht. Eigentlich müsste er aufgrund der damaligen Erlebnisse einige Vorbehalte haben, doch er lässt sich erneut auf sie ein. Er verspricht ihr einen Gefallen, der ihm den Hals brechen kann und ihn in ein Verbrechen verstrickt, dessen Ausmaß ihm erst viel zu spät bewusst wird.

 

Meinung

Schreibstil

Das Buch ist in der dritten Person geschrieben. Es ist locker und leicht mit einem recht einfachen aber doch bildhaften Schreibstil und lässt sich flüssig lesen. Es wechselt zwischen der Gegenwart und der Zukunft, wobei die Passagen der Vergangenheit immer kursiv geschrieben sind, sodass man sofort weiß, wann die Sichtweise gewechselt wird. Ich fand das Buch einfach zu lesen und die Rückblick fand ich sehr gut, da ich so viel über die Ereignisse, die zu den Geschehnissen in der Gegenwart führten, erfahren konnte.

Charaktere:

George Foss ist der Geschäftsführer einer Zeitung, die ihre besten Zeiten schon hinter sich hat und für die er schon seit Jahren arbeitet. Er ist fast 40 Jahre alt, ist ab und an mal mit Irene zusammen, meist aber nur freundschaftlich und unzufrieden mit dem Job und seinem Leben. So richtig warm wurde ich mit ihm nicht. Er war mir etwas zu gutgläubig und naiv und dann aber plötzlich zu misstrauisch und hat sich zu schnell gewandelt. Dennoch war er mir auch nicht unsympathisch und er war gut herausgearbeitet.

Liana Decter ist quasi eine Femme fatale. Sie weiß genau, wie sie auf Männer wirkt und wie sie das zu ihrem Vorteil und für ihre Machenschaften nutzen kann. Alles in allem war sie ganz gut dargestellt. Auch bei ihr kann ich aber weder sagen, dass ich sie sympathisch oder unsympathisch fand. Sie war einfach ein wichtiger Charakter der Geschichte, bei der man aber auch nicht richtig wusste, wie sie eigentlich sein soll, gut oder böse, lügt sie oder sagt sie auch ab und an die Wahrheit. Daraus wird man bis zum Ende des Buches nicht schlau.

Alle anderen Charaktere haben zur Geschichte und zu Handlung gepasst, waren aber insgesamt etwas farblos.

Geschichte:

Die Idee hinter dem Buch hat mir gut gefallen und war zum Großteil auch gut umgesetzt. Peter Swanson schafft es, auch nach etwas weniger spannenden Szenen, überraschende Wendungen einzubauen, die die Spannung wieder erhöhten. Die Abschnitte aus der Vergangenheit haben die Geschichte aufgelockert und wichtige Informationen geliefert, wenn auch nicht alle. Nach und nach fügen sich die Puzzelstücke aus der Vergangenheit und der Gegenwart zusammen. Dem Leser bleibt dabei viel Luft für eigene Spekulationen und das sogar bis zum Schluss. Denn der Schluss ist eigentlich keiner, er ist sehr offen, macht Lust auf mehr und lässt erahnen, dass da sogar eventuell noch ein zweiter Teil kommen wird. Was ich hoffe, denn wenn Peter Swanson keinen zweiten Teil dazu plant, dann wäre das Ende ziemlich schlecht, so ein Ende ist nur ok, wenn dann irgendwann noch was nachkommt. Die Handlung tröpfelt stellenweise vor sich hin, bleibt aber trotzdem interessant und zwischendurch steigt die Spannung wieder an. Die Wendungen gegen Ende fand ich allerdings etwas eigenartig. Ich habe zwar selber schon an sowas in die Richtung gedacht, aber es war nicht ganz schlüssig umgesetzt, wie George denn jetzt auf einmal auf diese Ideen kommt.

Fazit

Ein leicht zu lesendes, zum Großteil spannendes und unterhaltendes Buch. Die Charaktere waren ok, wenn ich auch nicht wirklich mit ihnen warm werden konnte, haben sie dennoch zur Geschichte sehr gut gepasst. Mir hat die Idee gut gefallen, die Umsetzung war nur hier und da nicht ganz rund. Insgesamt hat es mir aber Spaß gemacht das Buch zu lesen und ich habe definitiv Lust auf mehr. Nur als Thriller finde ich kann man das Buch nicht bezeichnen, eher ein guter Krimi. Für einen Thriller war es definitiv nicht packend genug, als Krimi macht es aber was her. Würde ich halbe Punkte vergeben, wären es 3,5. Da ich das aber nicht mache und es doch eher zu vier Herzen tendiert, gebe ich vier Herzen.

4herzen

Autor:

Peter Swanson hat bereits für einige namhafte Magazine wie The Atlantic Kurzgeschichten und Gedichte verfasst. Er machte Abschlüsse im kreativem Schreiben, Pädagogik und Literatur. Er lebt mit seiner Frau in Somerville, Massachusetts. Die Unbekannte ist sein Debüt.

 

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