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[Rezension] Keine Angst, es ist nur Liebe – Marlies Zebinger

11. September 2014

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eine Angst, es ist nur Liebe - Marlies Zebinger (c) Feuerwerk Verlag

eine Angst, es ist nur Liebe – Marlies Zebinger (c) Feuerwerk Verlag

Verlag: Feuerwerk Verlage, Erscheinungsjahr: 2014, Seiten als TB: 334, Autorin: Marlies Zebinger, Version: ebook

Anna Maria Elisabeth Rogner hat Angst. Angst vor eigentlich allem. Angst ganz besonders vor der Liebe und dem Vertrauen. Denn nach einem harten Beziehungsende und einem Schicksalsschlag, hat sie der Liebe schon längst abgeschworen.

Doch dann kommt Matts. Der will Anna nicht so einfach davon kommen lassen und ahnt, was mit ihr nicht stimmt. Er trägt ihr auf, sieben erstaunliche Angst-Bewältigungsaufgaben zu lösen. Anna lässt sich nur zögerlich darauf ein und stolpert Mitten in die Suche nach sich selbst und nach der Liebe ihres Lebens.

 Meinung

Schreibstil:

Das Buch ist in der Ich-Form geschrieben. Es besteht überwiegend aus den Gedanken von Anna, nur ab und an gesellt sich mal ein Dialog dazwischen. Positiv daran ist, dass ich so Anna vom ersten Satz an kennen lernen konnte. Negativ war jedoch, dass es doch sehr wirr und viel zu ausschweifend war. Das hat mich doch zum Teil etwas genervt und angestrengt leider, zum Beispiel:

„Wieder drehe ich mich in alle Richtungen und ziehe mich dann ein zweites Mal aus, um eine andere Unterhose in Größe Medium anzuziehen, die auf keinen Fall irgendwelche Fettpolster an der Stelle zwischen Hintern und Rücken zum Vorschein bringen kann.“ (Pos. 1112 des ebooks)

Es gab leider zu viele Sätze in diesem Stil, die irgendwie handlungsleer und vollgestopft mit uninteressanten Informationen waren. Insgesamt fand ich den Schreibstil dadurch recht holprig und trotz der Ausschmücken recht einfach und standardisierte gehalten. Das gewisse Etwas, diese Lockerheit hat etwas gefehlt. Nichts desto trotz gab es viel Humor und Sarkasmus und mir gelang es dennoch Anna in mein Herz zu schließen.

Charaktere:

Anna ist Modeverrückt und liebt Shopping Queen. Sie arbeitet in einer Bank und hat BWL studiert. Obwohl sie einmal so vielseitig, aktiv und kreativ war, hat sie sich auf ihrem Weg ins Erwachsenwerden verloren und somit schon einen Grundstein für ihre Angst gelegt. Ein mieses Beziehungsende und eine harter Schicksalsschlag haben diese Ängste dann zu einer ausgewachsenen Angststörung heranwachsen lassen. Gemeinsam mit ihr kämpfte ich beim Lesen gegen diese an und begleitete Anna dabei, wie sie dank Matts wieder Vertrauen in sich, das Leben und die Liebe findet. Dabei lässt sie uns an ihren Gedanken teilhaben, die oft voll Humor, Sarkasmus und Selbstironie sind. Das hat sie mir, trotz der Ausschweifungen, sympathisch gemacht.

Matts ist gut aussehend, liebevoll, Profi-Eishockeyspieler. Aber einfach zu perfekt. Ja, ich fand ihn lieb. Und das, was er für Anna getan hat und auf die Beine gestellt hat, war wundervoll. Aber es war von Beginn an einfach zu kitschig, zu sehr Klischee, zu perfekt. Bei Matt haben mir einfach die Ecken und Kanten gefehlt. Auch wenn gegen Ende noch eine weitere Fassade zum Vorschein kam, konnte ich mit Matt nicht so wirklich warm werden.

Geschichte:

Es geht um Anna und um ihre Ängste. Und darum, sich, die Liebe und das Leben wieder zu mögen. Das Buch ist an das Leben der Autorin angelehnt und erinnert etwas an ein Therapiebuch. Zum Höhepunkt ihrer Angststörungen trifft Anna auf Matts. Seit langer Zeit versucht sie mit teuren Therapie Sitzungen und allerlei Ratgeberbüchern, ihre Ängste in den Griff zu bekommen. Doch erst Matts schafft es, ihr zu helfen. Er stellt ihr sieben Aufgaben an sieben Tagen. Diese sollen ihr helfen, sich selbst wieder zu finden. Sich selbst, ihre Leidenschaft zum Tanz und ihre Kreativität. Sich und ihre Lust zu Leben und das Vertrauen in sich, andere und die Liebe.

Die Idee hat mir sehr gut gefallen und zu Beginn fand ich auch die Umsetzung ganz wundervoll. Doch schnell wurde es einfach zu kitschig. Nur einmal kurz bei der Oma gesehen und schon hat sie einen Brief von Matts und Sonnenblumen mit der Anrede meine Zauberelfe. Zwar gefiel mir dies zu Beginn noch, doch leider hat es überhand genommen. Eigentlich fand ich es schön gemacht, dass Matts ihr jeden Tag mit einer Sonnenblume und einem Brief eine neue Tagesaufgabe stellt. Die Briefe waren aber jedes Mal so kitschig. Die Aufgaben zum Teil unrealistisch für Otto-Normalverbraucher. Denn Matt ist reich, dank seines Berufes.

Fazit

Anna war eine sehr sympathische Protagonisten, die mir oft etwas leid tat und der man nur wünschen kann, dass sie ihre Ängste dauerhaft bekämpfen kann. Sie war humorvoll und zögerte nicht sich dennoch mit einem Hauch Selbstironie zu sehen. Auch die Grundidee des Buches hat mir gut gefallen. Leider hat es dann aber an der Umsetzung gehapert. Es war für mich zu kitschig, Matt war zu perfekt, die Entwicklung und das Ende zu vorhersehbar. Und auch beim Schreibstil hat mir das gewisse Etwas gefehlt.

Ich gebe dem Buch drei Herzen, denn Anna und die Grundiee waren ok. Alles in allem ist es dennoch eher ein Buch, bei dem man zwar merkt, dass die Autorin viel von sich selber hineingegeben hat, dem man aber auch anmerkt, dass es doch viel Eigentherapie war. Ein Start in das Schriftstellerleben, der ganz ok war, mich aber nicht richtig mitreisen konnte.

3herzen

Vielen Dank an den Feuerwerk Verlag und Blogg dein Buch.

 

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3 Kommentare

  • Reply Sparstrumpfchallenge - Lovely Mix 11. September 2014 at 19:31

    […] Keine Angst, es ist nur Liebe […]

  • Reply Monatsrückblick September - Lovely Mix 3. Oktober 2014 at 11:39

    […] Flop des Monats war leider Keine Angst es ist nur Liebe. Ich fand es nicht wirklich schlecht, sondern einfach eher durchschnittlich, es gibt schlechters, […]

  • Reply [Aktion] Lesend und blubbernd durch die Weihnachtszeit 2015 | Lovely Mix 23. Dezember 2015 at 20:22

    […] weil das irgendwie nicht geht, mein Kommentar hier und zwar zu Keine Angst, es ist nur Liebe, was auch ich gelesen habe – Mir ging es da sehr ähnlich wie dir, hatte auch drei Punkte vergeben. Fand die Idee […]

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