Rezensionen/Reviews

[Rezension] Sannah und Ham – Tom Ellen & Lucy Ivison

22. August 2014

inhalt3

Der Chickenhouse Verlag hat eine Bloggeraktion gestartet. Gemeinsam mit Rike habe ich mitgemacht und durfte das Buch Sannah und Ham lesen. Hier findet ihr auch ihre Rezi.

Verlag: Chicken House (Carlsen); Erscheinungsjahr: 2014 ; Seiten: 393; Autoren: Tom Ellen und Lucy Ivison, Format: Taschenbuch

Sam und Hannah. Sie Begegnen sich zu Beginn ihres Sommers, auf einer Party. Genauer gesagt, auf dem Klo bei einer Party. Und wer verliebt sich schon auf dem Klo. Doch bevor die beiden zueinander finden können und endlich dieser Horrovorstellung, der Vorstellung als Jungfrau auf College zu gehen, ein Ende bereit könnten, erleben sie einige Hürden. Jeder für sich erlebt seinen eigenen Sommer voller Hochs und Tiefs und voller Peinlichkeiten bevor sie sich wieder begegnen.

Meinung

Schreibstil

Das Buch ist in der Ich-Form geschrieben. Das Besondere ist, das es aus der Sicht von Hannah und von Sam geschrieben ist. Wir erleben den Sommer von Hannah und von Sam und wir erleben ihre gemeinsamen Momente und Begegnungen, jeweils aus beiden Perspektiven. Das war wirklich mal anders und erfrischend, auch wenn es etwas an die Briefchen, die man sich in der Schule hin und her geschrieben hatte, erinnert. Passte aber zum Gesamtbild der Geschichte, ist aber vielleicht nicht Jedermanns Sache.

Geschichte

Zwei Cliquen, auf dem Weg zum Erwachsenwerden. Die Mädels rund um Hannah und die Jungs rund um Sam haben alle die Abschlussprüfungen hinter sich und warten nun auf die Noten. Sie haben alle Träume und Ziele, die einen mehr oder weniger ambitioniert. Doch ein Thema ist den beiden Gruppen gemeinsam: Das Erste Mal und wer es wann, wie hatte oder haben wird. Typisch Teenies, wobei mit fast 18 vielleicht auch etwas zu kindisch. Aber es spielt in England, ich denke, da ist das ganze etwas strenger als vielleicht bei uns.

Durch zwei Blickwinkel erleben wir das Kennenlernen und die Berg- und Talfahrt, bis sich die beiden bekommen. Das erste Kennenlernen, aus Hannahs und Sams Sicht lässt mich als Leser gleich erkennen, was Sache ist, doch es ist ein langer und holpriger aber lustiger Weg, bis das auch bei Hannah und Sam ankommt.

„Er sah freundlich aus. Und toll. Richtig sexy. Auf eine zerzauste, coole Art.“ (S. 53)

„Manchmal zupfte sie ein paar Strähnchen aus ihrem Pferdeschwanz und kaute zerstreut darauf herum. Ich hätte sie küssen können, so süß war sie dann […].“ (S. 61)

Wir begleiten die Mädels in ihrem Sommer, der sie Höhen und Tiefen erleben lässt. Der erste gemeinsame Urlaub stellt die Freundschaftsbande auf die Probe. Allerdings gab es hier doch viele Zickerein und Dramen. Etwas weniger davon hätte auch nicht geschadet.

Im Vergleich dazu erleben wir auch den Sommer der Jungs, der viel einfacher und ohne Zickerei ist, sich dafür eben um Dinge wie Mädels und Computerspiele dreht.

Wundervoll fand ich die vergleiche zu Filmen und Büchern, besonders die Hinweise auf Harry Potter waren lustig.

„Denk doch mal an Ron und Hermine. Hindernisse überall. Aber hat Hermine Ron aufgegeben, als er mit Lavender Brown zusammen war? Und hat Ron Hermine aufgegeben, als sie mit diesem bulgarischen Quidditch-Blödmann rumgemacht hat?“ (S. 233)

Die Suche nach der Liebe, das Erste Mal, das Ende der Schulzeit auf der Schwelle zum Erwachsen werden. Das lies mich, mit meinen fast 27 Jahren, häufig schmunzeln und in Erinnerungen schwelgen.

Charaktere

Hannah, will endlich ihre Jungfräulichkeit verlieren, ist ziemlich selbstkritisch und findet sich nicht hübsch genug, vor allem in Vergleich zu Stella. Sie ist eine liebenswerte Streberin und hat ihre Tagträume die vollkommen von der Realität abweichen, was mich irgendwie an mich damals erinnerte. Sie macht sich allerdings sehr oft schlecht, was ich eigentlich nicht immer mag. Da es mich aber irgendwie an mich damals erinnerte, mochte ich Hannah von Beginn an.

„Ich stellte mir vor dass ich auf Partys eingeladen war, auf denen alles wie geschmiert lief. […] In Wahrheit knutschte ich auf Partys in irgendeiner Ecke mit Freddie herum und wischte die Kotze der Anderen weg, weil mir die Gastgeber immer so leid taten. (S. 8)

Sam ist auch ein Streber aber ebenfalls auf liebenswerte Art. Genauso noch Jungfrau und genauso unbeholfen. Er denkt ebenfalls wie Hannah, er ist es nicht wert und er bekommt doch eh keine. Er war mir auch von Anfang an sympathisch. Ein netter liebenswerter Junge von Nebenan, der sich selbst selbstkritisch aber humorvoll betrachtet.

„Und was habe ich gemacht? Einen Aufsatz-Wettbewerb in der Neunten gewonnen und Gemma Baily im Gartenschuppen befummelt.“ (S. 17)

Stella, Grace und Tilly: Die drei besten Freundinnen von Hannah. Stella mochte ich oft nicht, sie war in meinen Augen eine eingebildete, arrogante Kuh. Doch wenn es dann darauf ankam, war sie da und Hannah für sie, richtig warm konnte ich mit ihr dennoch nicht werden. Auch Grace und Tilly sind liebenswerte Charaktere, die eine schon fest vergeben, die andere ebenfalls auf der Suche nach dem einen.

Robin und Chris sind gute Freunde von Sam und gehen mit ihm ebenfalls durch dick und dünn. Wobei es bei den Jungs eher pragmatischer zugeht und weniger gefühlsbetont. Chris ist ein Schönling und ist sich dessen auch bewusst und spielt die Karte auch gerne aus. Im Grunde aber ein feiner Kerl. Robin denkt er ist der Frauenversteher und Flirtexperte schlechthin, obwohl er eigentlich das genau Gegenteil ist und steht auf Harry Potter. Er lässt einen oft schmunzeln und war dadurch besonders liebenswert wenn auch so naiv.

Fazit

Sannah und Ham ist locker, leicht und humorvoll. Manchmal war mir das Jammern um das Aussehen sowohl bei Hannah als auch bei Sam etwas zu viel, das war daher etwas nervig. Und stellenweise war es doch etwas zu viel Zickerei und Teeniedrama.

Trotzdem hat mir das Buch ganz gut gefallen und mich noch einmal zurückversetzt in die Zeit auf der Schwelle zum Erwachsenwerden. Ein Buch in dem es auch um die Suche nach der großen Liebe geht und das durch die Zwei-Perspektivensicht etwas ganz Besonders bekommt.

Ich gebe dem Buch drei Herzen und empfehle: Probiert es aus und bildet euch eure Meinung. Ich fand es ein gutes Buch für zwischendurch, dass mich trotz Abstrich unterhalten konnte.

3herzen

Autoren

Tom Ellen arbeitet als Journalist und lebt in London. Er schrieb bereits für ShortList, Time Out, Vice, talkSport, ESPN und Viz.
Lucy Ivison ist seit der sechsten Klasse eine gute Freundin. Zwischenzeitlich waren die beiden sogar ein Paar. Gemeinsam haben sie angefangen Bücher zu schreiben. Hannah und Ham ist ihr Debüt.

Weitere Rezensionen findet ihr hier:

Elas Leselounge

All These Special Words

Lottasbuecher

Und hier eine besonders ausgefallene Idee von zwei lieben Bloggerinnen:

Textverliebt

El Tragalibros

 

You Might Also Like

3 Kommentare

  • Reply [Rezension] “Sannah & Ham” von Tom Ellen und Lucy Ivison | Rike's kunterbuntes Durcheinander 22. August 2014 at 11:20

    […] Hier kommt ihr zu der Rezension von Franzi. […]

  • Reply Katha 22. August 2014 at 20:31

    Hey liebe Franzi,

    vielen, vielen Dank für deine Verlinkung! Ich hab mich beim Lesen auch direkt in meine Teenagerzeit zurückversetzt gefühlt, obwohl die mittlerweile auch schon ein paar Tage her ist.

    Fühl dich gedrückt und geherzt!

    Viele Grüße
    Katha

  • Reply Sparstrumpfchallenge - Lovely Mix 3. September 2014 at 22:13

    […] Sannah und Ham […]

  • Lass doch einen Kommentar hier

    Für diese Seite werden Cookies verwendet. Durch die Nutzung dieser Webseite erklärst du dich mit der Nutzung von Cookies einverstanden. Weitere Informationen

    Diese Website verwendet Cookies von Google, um ihre Dienste bereitzustellen, Anzeigen zu personalisieren und Zugriffe zu analysieren. Informationen darüber, wie du die Website verwendest, werden an Google weitergegeben. Durch die Nutzung dieser Website erklärst du dich damit einverstanden, dass sie Cookies verwendet.

    Schließen